(Bild: Fischtreppe am Kanal der Schmiech in Ehingen)

Das Thema Energie- und Netzwerkmanagement ist von grundlegender Bedeutung für die Energiewende. Warum? Das verrät uns Peter Guggemos: „Derzeit werden in der Spitze rund 40 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom durch Solaranlagen in Deutschland ins Netz gespeist. Zieht eine große Wolke über Deutschland, verdunkelt sich nach und nach die Landschaft und die Solaranlagen fallen in ihrer Leistung teils massiv ab. Verzieht sich die Wolke wieder, steigt die Leistung schnell wieder an. Teilweise geschieht dies derart rasant, dass sich die Leistungskurven der anderen Kraftwerke nicht schnell genug hoch- oder herunterfahren lassen. Im schlimmsten Fall würde dies zu einem Zusammenbruch des Stromnetzes (Blackout) führen.

Um dies zu verhindern, wurden die Wechselrichter an den Solaranlagen in den letzten Jahren (50,2 Hz-Problem, a.d.R.) entsprechend angepasst. Hierüber wurde gewährleistet, dass sich die Anlagen bei unterschiedlichen Schwellwerten ein- und ausschalten und mehr Zeit zum Nachregeln besteht.

Das Thema Energie- und Netzwerkmanagement ist also für die Zeit während und nach der Energiewende ein zentrales Thema. Sehr wichtig wäre es daher, dass wir uns vom EOM-Market (Energie Only Market) wegbewegen: An der Strombörse wird derzeit nur etwas für die Kilowattstunde, nicht aber für die Qualität und Sicherheit bezüglich der Stromversorgung bezahlt. Es lohnt sich demnach kaum, Speicherkraftwerke zu bauen oder zu betreiben. Selbst große Gaskraftwerke, die günstig wären, sind davon betroffen. So laufen große Gasheizkraftwerke, die für mehrere tausend Stunden im Jahr geplant waren, teilweise nur noch ein paar hundert Stunden im Jahr. Das ist absolut frustrierend für die Mitarbeiter und Investoren. Zudem stellt es ein großes Problem für unseren Strommarkt dar. Schließlich brauchen wir diese Speicherbarkeit im Netz, um Schlimmes zu verhindern.

Genau an dieser Stelle ist die Politik gefragt, um Investoren für das Thema einer nachhaltigen Stromstabilität zu begeistern und nicht, wie bisher versucht, das Thema auf die Allgemeinheit abzuwälzen.“