Das Stromnetz der EHINGER ENERGIE ist durch Einspeisungen stark ausgelastet. Fällt in diesem Betriebszustand ein Netzelement aus – beispielsweise infolge von Baggerarbeiten, witterungsbedingten Einflüssen oder gezielten Sabotageakten – kann dies zu einem Stromausfall führen. Eine vollständige, das heißt hundertprozentige Versorgungssicherheit ist systembedingt nicht realisierbar. Zur weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit sind daher substanzielle Investitionen in die Netzinfrastruktur erforderlich, deren wirtschaftliche Umsetzbarkeit jedoch unter den gegenwärtigen regulatorischen Rahmenbedingungen der Eigenkapitalverzinsung nur eingeschränkt gegeben ist.
Ungeachtet dessen investieren wir bis zum Jahr 2035 rund 25 Millionen Euro in den Ausbau und Erhalt der Stromnetze. Diese Maßnahmen dienen insbesondere der langfristigen Sicherstellung des derzeit hohen Versorgungsniveaus. Ein stabiles und zuverlässiges Stromnetz -wie wir es aktuell in Deutschland haben- stellt einen wesentlichen Standortvorteil dar. Dies wird unter anderem durch den SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index) verdeutlicht, der in Deutschland mit durchschnittlich etwa 10 Minuten pro Jahr (Quelle: Bundesnetzagentur, 2024) auf einem im internationalen Vergleich sehr niedrigen Niveau liegt. Demgegenüber weisen andere Länder, wie beispielsweise die USA, teilweise Unterbrechungsdauern von über einer Stunde auf (Quelle: eia.gov, 2024).
Aufgrund gesetzlicher Transparenzpflichten sind Informationen über kritische Infrastrukturen öffentlich einsehbar. Bei entsprechender fachlicher Expertise können daraus potenzielle systemische Engpässe identifiziert werden. Der in Berlin aufgetretene Stromausfall ist jedoch nicht auf die Verhältnisse in Ehingen übertragbar, da vergleichbare Rahmenbedingungen hier nicht vorliegen.